www.hanspeterhofer.com

Logbuch

Das Logbuch ist ein Blog über unsere Weltreise „MSC World Cruise“ mit der MSC Magnifica. Die Reise wurde leider aufgrund der Covid-19-Epidemie am 14. März 2020 abgebrochen. Trotzdem – es war eine wunderbare Reise und wir teilen gerne unsere unvergesslichen Eindrücke mit Ihnen.

Genua, 5. Januar 2020

Um 02.15 Uhr fuhr der Bus ab Luzern Inseli in Richtung Genua. Schon kurz nach 8 Uhr waren wir am Zielort, natürlich viel zu früh, um an Bord unseres Schiffes zu gehen. Deshalb gingen wir in die Bar La Kombusa im Hafen von Genua frühstücken und anschliessend spazierten wir in der Hafengegend sowie in Richtung Stadt bis zum Aquarium. Gegen Mittag kehrten wir zum Hafen zurück und checkten auf dem Schiff MSC Magnifica ein. Nach dem Willkommensdrink und dem Mittagessen erkundeten wir noch ein wenig das Schiff. Vor der Abfahrt in Richtung Marseille konnte ich schöne Sonnenuntergangsfotos machen, bei der Ausfahrt aus dem Hafen die wundervolle Abendstimmung einfangen.

Marseille, 6. Januar 2020

Am frühen Morgen kamen wir in Marseille an. Nach dem Frühstück verliessen wir das Schiff und fuhren mit dem Shuttle-Bus in die Stadt. Das Wetter war sehr schön und angenehm warm und wir beschlossen, eine Stadtrundfahrt zu machen. Die Rundfahrt führte vom alten Hafen in Richtung Corniche und dann zur Basilika Notre Dame de la Garde. Diese besichtigten wir von innen und aussen, sie ist wirklich sehr sehenswert. Da ist schon noch alles Gold was glänzt. Danach führte uns die Rundfahrt zurück über teilweise abenteuerlich steile Strassen hinunter zum alten Hafen. Wir setzten die Stadtbesichtigung zu Fuss fort, durch die Strasse La Canebière und gingen in einem Café einen Kaffee trinken. Ohne Jacke, draussen, am 6. Januar. Wir gingen weiter zur Kathedrale La Major, die wir allerdings wegen Renovationsarbeiten nur von aussen besichtigten. Zurück auf dem Schiff konnten wir wiederum eine prächtige Abendstimmung geniessen.

Barcelona, 7. Januar 2020

Auch in Barcelona stand ein Shuttle-Bus bereit, der uns in die Stadt brachte. Dort spazierten wir die Rambla hinauf und weiter in die Passeig de Gracìa, wo wir das Casa Battlò und das Casa Mirà „La Pedrera“ sahen. Beide wurden vom Architekten Antoni Gaudí erbaut. Dann gingen wir weiter zur berühmten Sagrada Familia. Die Renovationsarbeiten sind sichtbar fortgeschritten, es wurde viel gekärchert und die Anzahl Krane ist auf 2 geschrumpft. Von dort aus gingen wir über die Carrer de la Marina hinunter zum Strand. Dem Strand entlang und um den Hafen herum ging es zurück zum Shuttle-Bus und zum Schiff.

Lissabon, 9. Januar 2020

Nachdem wir den 8. Januar auf See verbracht hatten und dort per Zufall einen Einsatz eines Helikopters der Seerettung wegen eines medizinischen Notfalls miterlebten, kamen wir am 9. Januar mit Verspätung in Lissabon an. Die Fahrt den Fluss Tejo hinauf war wunderschön und führte uns am Torre de Belem und am Padrão dos Decombrimentos vorbei, unter der Ponte 25 de Abril durch, an der Christusstatue und am Arco da Rua Augusta vorbei zur Anlegestelle. Wir machten einen schönen Stadtrundgang, fotografierten alte Trams und die Sehenswürdigkeiten. In einem schönen alten Café genossen wir einen Kaffee und die wunderbaren Pasteis de Nata. Rechtzeitig zum Abendessen waren wir auf dem Schiff zurück.

Auf See, 10. Januar 2020

Wir waren den ganzen Tag auf See. Die 3-Meter-Wellen konnten dem Schiff nicht viel anhaben, es schaukelte kaum. Wir drehten unsere Laufrunden auf Deck 7 und genossen die Aussicht auf das schäumende Meer.

Funchal, 11. Januar 2020

Unser Ausflug mit dem Bus führte uns zuerst nach Ribeira Brava, einem Küstenort an der Südküste. Wir machten einen Rundgang, bestaunten die Krippe, die auf einem Platz am Quai aufgebaut war, mitsamt den heiligen drei Königen und Kamelen. Dann genossen wir wieder einmal Kaffee und Pasteis de Nata. Der Bus fuhr nach einer halben Stunde weiter zum Cabo Girão, einem Aussichtspunkt mit Glasboden-Skywalk. Cabo Girão ist die höchste Klippe Europas, 580 Meter hoch. Atemberaubend. Darauf fuhren wir weiter zum nächsten Aussichtspunkt, dem Pico da Torre, von wo aus man eine wunderbare Panoramasicht hat. Der Pico da Torre ist oberhalb dem Fischerdorf Camara de Lobos. Über Camara de Lobos fuhr der Bus zurück nach Funchal, wo wir noch einen ausgiebigen Stadtrundgang machten. Der Früchtemarkt war einer der Höhepunkte. Danach kehrten wir zu unserem Schiff zurück.

Mindelo, Kapverdische Inseln, 14. Januar 2020

Nach zwei Tagen auf See trafen wir im Hafen von Mindelo ein. Mindelo ist die Hauptstadt der Insel São Vicente. Die Kapverdischen Inseln umfassen 10 Inseln, die bezüglich Vegetation und Tourismus sehr unterschiedlich sind. Mindelo ist das kulturelle Zentrum von Kap Verde. Die Inselrundfahrt führte uns zuerst zum Denkmal des portugiesischen Abenteurers Diogo Afonso, welcher die Inseln Kap Verde 1460 auf Landkarten erfasste. Danach fuhren wir zum Aussichtspunkt Pik D’Zau, wo wir eine schöne Aussicht auf die Stadt und den Hafen hatten. Darauf fuhren wir nach Catfish Bay und zurück nach Mindelo.

Wir sind nun auf See und haben heute (15. Januar) Schwärme von fliegenden Fischen gesehen. Leider waren sie zu schnell für eine vernünftige Foto, trotzdem war es ein eindrückliches Erlebnis, diese Tiere beobachten zu können.

Auch die weiteren Seetage haben einiges zu bieten. Gestern haben wir Seevögel gesichtet, die um das Schiff herum segelten, die wir aber nicht kennen. Morgen (19. Januar) werden wir in Salvador (Bahia), Brasilien einlaufen und die Stadt besichtigen. Wir freuen uns darauf.

Salvador de Bahia, 19. Januar 2020

Ein wunderschöner Sommertag mit einer Temperatur von 29 Grad Celsius geht zu Ende. Auf einer Stadtrundfahrt entdeckten wir die historischen  und kulturellen Sehenswürdigkeiten von Salvador de Bahia. Zunächst fuhren wir hinauf in die Altstadt und erkundeten die zahlreichen Kirchen und Plätze zu Fuss. Die Altstadt zählt zum UNESCO-Welterbe. Wir besuchten die Praça da Se und den Municipal-Platz mit seinem Blick auf die Bucht. Danach besichtigten wir das prächtige Innere des barocken Klosters São Francisco. Da ist alles Gold was glänzt. Dann weiter die Altstadt hinunter und mit dem Bus zum ziemlich verborgenen Edelsteinmarkt. Dann besuchten wir die Markthalle, wo ziemlich viel Betrieb war. Am Schluss fuhren wir noch zum berühmten Barra-Leuchtturm und damit zu zwei der zahlreichen Strände Salvadors, wo übrigens alle Strände öffentlich sind.

Rio de Janeiro, 21./22. Januar 2020

Am ersten Tag in Rio de Janeiro machten wir die Stadtrundfahrt mit dem Besuch des Zuckerhuts als Höhepunkt. Der Zuckerhut ist 394 Meter hoch, es führt eine Luftseilbahn in 2 Sektionen hinauf. Die Aussicht über die Guanabara-Bucht ist grossartig. Auch die Copacabana sieht man gut. Wir genossen den Ausblick und nach der Rückkehr nach Rio fuhren wir mit dem Bus durch die Stadt, der Copacabana entlang und machten einen kurzen Fotohalt beim Maracanã-Stadion, dem grössten Fussballstadion der Welt, das damals für die WM 1950 für 200’000 Zuschauer konzipiert wurde. Heute liegt die Kapazität bei 74’738 Zuschauern, vor Allem weil die Stehplätze abgeschafft und für alle Zuschauer Einzelsitze eingebaut wurden. Danach fuhren wir zum Sambódromo da Marquês de Sapucaí, wo jedes Jahr die Bewertung der teilnehmenden Sujets des Karnevals von Rio stattfindet. Die 700 Meter lange Arena hat 88’500 Plätze und ist am Karneval praktisch immer ausgebucht. Vorbei an der Kathedrale, die leider schon geschlossen war, fuhren wir zurück zum Schiff.

Den zweiten Tag gestalteten wir bei angenehmen 27 Grad und bewölktem Himmel auf eigene Faust zusammen mit Marion und Remo, unseren Tischnachbarn. Wir nahmen ein Taxi nach Paineiras an der Copacabana, wo wir mit einem Minibus auf den 710 Meter hohen Corcovado zur 38 Meter hohen und 1’145 Tonnen schweren Christusstatue „Cristo Redentor Corcovado“ fuhren, welche 1931 aus Eisenbeton fertiggestellt wurde. Oben angekommen fotografierten wir zuerst die Aussicht auf den Zuckerhut und den Atlantik, dann die Christusstatue selber und natürlich das ganze Panorama, soweit dies bei der Menschenansammlung überhaupt möglich war. Etwa um 11.30 Uhr waren wir zurück an der Copacabana. Nun spazierten wir diesen weltberühmten und tollen 4,5 km langen Strand entlang bis zum Forte de Copacabana, wo wir wieder ein Taxi nahmen und uns zum Museu do Amanhã (Wissenschaftsmuseum) chauffieren liessen, das vom Architekten Santiago Calatrava gebaut wurde. Unser Schiff befand sich nun in Fussdistanz und wir konnten unser feines Mittagessen geniessen.

Im Hafen von Rio de Janeiro gibt es noch eine weitere Sehenswürdigkeit: Am Olympic Boulevard hat der Brasilianische Künstler Kobra für die Olympiade in Rio 2016 ein riesiges Graffiti bzw. Wandgemälde mit dem Titel «Ethnicities» gemalt:

Buenos Aires, 25./26. Januar 2020

Nach Buenos Aires fuhr das Schiff mehrere Stunden den Rio de la Plata hinauf. Der Fluss ist bei der Mündung in den Atlantik 220 km breit. Das Wasser ist durch die mitgeführten Sedimente ziemlich braun und sieht nicht sehr appetitlich aus.

Auf unserer Stadtrundfahrt fuhren wir zuerst durch das Italienerviertel Palermo und zum Friedhof Recoleta, wo die berühmte Präsidentengattin Evita Péron begraben ist. Danach weiter an schönen, weitläufigen Pärken vorbei zur breitesten Allee der Welt, der 16-spurigen Avenida 9 de Julio. Dort steht der Obelisk und das Teatro Colón. Bei der Plaza de Mayo machten wir einen Halt und konnten die Kathedrale Catedral Metropolitana Santísima Trinidad de Buenos Aires besichtigen. Auch die Casa Rosada, der Präsidentenpalast steht an der Plaza de Mayo. Anschliessend fuhren wir weiter in Viertel „La Boca“und an die farbenfrohe Strasse „Caminito“. Das Thermometer stieg auf über 30 Grad und wir waren froh, ab und zu Schatten zu finden.

Am zweiten Tag fuhren wir mit dem Taxi zuerst nach Puerto Madero, fotografierten die von Santiago Calatrava entworfene Frauenbrücke (Puente de la Mujer), gingen zu Fuss zum Präsidentenpalast und nochmals in die Kathedrale. Danach fotografierten wir in Ruhe nochmals die Sehenswürdigkeiten an der Avenida 9 de Julio, bevor wir uns mit dem Taxi zu den Pärken fahren liessen. Wir genossen die Ruhe und das wunderschöne Wetter in den Pärken, spazierten bis zum Planetarium und fuhren dann per Taxi zurück zum Hafen.

Montevideo, 27. Januar 2020

Am Abend fuhren wir wieder den Rio de la Plata hinunter nach Montevideo, der südlichsten Hauptstadt Südamerikas. Die Uruguayische Hauptstadt empfing uns mit einer angenehmen Temperatur um die 20 Grad, die später am Nachmittag auf 26 Grad anstieg. Auf unserer Busfahrt machten wir zunächst an der Plaza Independencia, dem Unabhängigkeitsplatz Halt. Dort steht der Präsidentenpalast, ein gläsernes Hochhaus mit Uruguayischer Flagge davor und das Artigas-Denkmal, das dem Befreier Uruguays gewidmet ist. Die Puerta de la Ciudadela, ein Überbleibsel der alten Stadtmauer markiert den Übergang von der Altstadt zur Neustadt. Nicht weit von der Plaza Independencia entfernt befindet sich auch das Teatro Solís. Wir fuhren weiter durch die Stadt und hielten wieder beim Kongressgebäude an, das zwischen 1908 und 1925 erbaut wurde. Dann führte die Tour durch das Viertel Prado mit einem der ältesten Parks der Stadt, dem Parque Prado, wo wir die berühmte Skulptur La Diligencia, ein Denkmal für die letzten Charrua-Indianer sowie den Rosengarten besichtigen konnten. Die Rosen waren leider schon verblüht. Anschliessend fuhren wir durch den Park „Batlle y Ordóñez“, sahen den Obelisken, das Fussballstadion und anschliessend das wunderschöne Denkmal La Carreta, das einen Ochsenkarren darstellt. Der nächste Halt war an der Plaza Virgilio direkt am Ufer des Rio de la Plata, wo ein den gefallenen Soldaten der Navy gewidmetes Denkmal steht. Dort genossen wir den Ausblick auf die Stadt, bevor wir an der Küste und zahlreichen Stränden vorbei zum Hafen zurück fuhren.

Auf See, 28. Januar 2020

Auf unserer Reise von Montevideo nach Puerto Madryn konnten wir eine wunderschöne Abendstimmung geniessen.

Puerto Madryn, 29. Januar 2020

Die Argentisische Stadt Puerto Madryn wurde 1865 von Walisischen Einwanderern gegründet und zählt heute ca. 100’000 Einwohner. Die Stadt liegt an der Küste des wunderschönen Naturschutzgebiets Golfo Nuevo in Patagonien. Wir legten um 8 Uhr im Hafen neben der Norwegian Star an. Nach dem Frühstück machten wir mit Marion und Remo einen Ausflug mit dem Taxi nach Punta Loma, wo wir die Seelöwen beobachten konnten. Auch 280 Kormoranpaare brüten an diesem Ort. Die Walsaison ist im Januar leider vorbei und bis zu den Pinguinkolonien wäre es noch über eine Stunde pro Weg weiter gewesen. Deshalb fuhren wir zurück nach Puerto Madryn, spazierten der langen Strandpromenade entlang und gingen anschliessend durch die Strassen der Stadt ein bisschen lädele. Die Stadt macht einen guten und sauberen Eindruck. Das Wetter war sehr schön, zwar sehr windig aber doch noch angenehm warm.

Auf See, 30./31. Januar 2020

Auf unserer Reise von Puerto Madryn nach Ushuaia sind wir wieder zwei Tage auf See. An einem Seetag stehen wir etwa um 6.30 – 7.00 Uhr auf und gehen anschliessend frühstücken. Nach dem Frühstück ziehen wir uns um und gehen eine Stunde auf Deck 7 laufen. Eine „Runde“ ist ca. 1 Kilometer und dauert rund 10 Minuten, also gehen wir 6 Runden, manchmal auch 7. Das Deck 7 hat im Bug einen Verbindungsgang, sodass wir z. B. von hinten Backbord nach vorne, durch den Gang nach Steuerbord, dann bis ganz hinten gehen, dort wenden und den gleichen Weg wieder zurück bis zum Ausgangspunkt Backbord hinten. Wir laufen also eine Art U-Form.

Um 10 Uhr findet an den Seetagen meistens eine kulturelle Präsentation im Theater statt. Alisson Hypher, eine aufgestellte Engländerin informiert über die nächsten Destinationen und die verschiedenen Sehenswürdigkeiten. Die Vorträge dauern jeweils bis kurz vor 11 Uhr. Danach gehen wir in einer der Bars etwas trinken (Kaffee, Tee) oder gehen in die Kabine, um Bücher zu lesen. Kurz nach Mittag informiert der Kapitän über den Standort des Schiffes, den Kurs, die Geschwindigkeit, die Wetterbedingungen, Windstärke, Wellengang usw. Danach gehen wir zum Mittagessen. Es gibt jeweils eine Vorspeise, einen Hauptgang und ein Dessert, man kann bei allen Gängen aus diversen Angeboten auswählen. Beim Mittagessen lassen wir meistens das Dessert ausfallen, aus Rücksicht auf die Waage. Am Nachmittag machen wir oft einen kurzen Powernap, dann gehen wir nochmals 30 – 40 Minuten auf Deck 7 Runden drehen oder in den Fitnessraum, der sich auf Deck 13 im Bug mit Aussicht auf das Meer befindet. Dann duschen wir, lesen meistens in unseren Büchern, ich schreibe am Logbuch oder wir gehen etwas trinken. Manchmal statten wir dem Casino einen Besuch ab. Am Abend nehmen wir manchmal einen Apero, gehen dann zum Nachtessen und anschliessend mit unseren Tischnachbarn einen Prosecco oder sonst etwas Feines trinken. Je nach Programm gehen wir anschliessend in die Show im Theater oder wir schauen uns wie gestern Abend den schönen Sonnenuntergang an. Auch das Casino besuchen wir ab und zu am Abend, je nach Lust und Laune.

Wie erwähnt war gestern der Sonnenuntergang besonders schön, deshalb hier ein paar Fotos:

Ushuaia, 1./2. Februar 2020

Bei Tagesanbruch am 1. Februar waren wir bereits im Beagle-Kanal und tuckerten gemächlich in Richtung Ushuaia. Ein paar Wolken verhinderten einen schönen Sonnenaufgang, aber die Morgenstimmung war trotzdem wunderschön. Nach dem Frühstück begaben wir uns auf den Busausflug durch den  Nationalpark Tierra del Fuego, der sich über etwa 61.000 Hektar vom Beagle-Kanal im Süden bis hin zum Lago Fagnano im Norden erstreckt. Zuerst fuhren wir in den Westen von Ushuaia durch das Pipo-Tal zum ersten Aussichtspunkt. Es regnete ein paar Tropfen, aber die Aussicht auf den See war trotzdem schön. Vorbei an weiteren Seen, Flüssen, Waldgebieten und Mooren fuhren wir weiter zum Mirador am Lago Roca, wo wir einen einheimischen Raubvogel, den Chimango Caracara aus allernächster Nähe bewundern konnten. Dort erklärte uns die Reiseleiterin, dass es in der Gegend tausende von Bibern gibt, die aus Kanada kommen. Mit ihren Dämmen verändern sie die Fauna und Flora grundlegend, denn viele der einheimischen Bäume sterben im stehenden Wasser ab. Den nächsten Fotohalt machten wir an der Lapataia-Bucht, einem ebenfalls sehenswerten Aussichtspunkt. Danach fuhren wir zurück in die Stadt Ushuaia, die ca. 60’000 Einwohner zählt und sehr schnell wächst. Wir spazierten durch die zum Teil steilen Strassen der Stadt und kehrten dann auf das Schiff zurück.

Am zweiten Tag fuhren wir um 9 Uhr mit Marion und Remo und Taxifahrer Marcelo los in Richtung Nordosten. Wir fuhren zuerst durch das Valle Garbajal zu einer Husky-Ranch, dann aber gleich weiter auf den Garibaldi-Pass (Paso Garibaldi), wo wir eine prächtige Aussicht auf den Lago Escondido und den Lago Fagnano genossen. Am Lago Fagnano erwartete uns eine Szenerie wie aus einem Endzeitfilm. Ein Wald war von den Bibern aufgestaut worden und präsentierte uns mit seinen unzähligen abgestorbenen Bäumen eine einzigartige Kulisse.  Wir fuhren weiter zum Lago Fagnano, wo wir den Biber-Lehrpfad suchten. Über einen Hügel im Wald kamen wir zu einer Stelle, wo wir das Werk dieser bis zu 25 kg schwer werdenden Tiere bestaunen konnten: eine kleine Seenlandschaft und darum herum überall abgestorbene Bäume und Bäume mit riesigen Flechten, Misteln und anderen Parasiten. Danach tranken wir einen Tee im kleinen Restaurant und machten uns auf den Weg zurück nach Ushuaia. Dort machten wir noch einen Abstecher zum Punto Panoramico Glaciar Martial, wo wir den Gletscher fotografieren konnten. Auf dem Rückweg auf die Stadt genossen wir nochmals das Panorama über Ushuaia und den Beagle-Kanal. Es war ein 5-stündiger unvergesslicher Ausflug.  

Punta Arenas, 4. Februar 2020

In Punta Arenas können Schiffe der Grösse unserer MSC Magnifica nicht am Pier ausschiffen. Die Passagiere müssen mit Tenderbooten an Land gebracht werden. Die MSC Magnifica-Crew macht dies mit den eigenen Rettungsbooten, die für je 120 Personen Platz haben. Punta Arenas liegt ganz im Süden Chiles an der Magellan-Strasse. Der Bus brachte uns zuerst zum Freilichtmuseum des Instituto de la Patagonia, einer Art Chilenischem Ballenberg, wo alte Traktoren, Lokomotiven, Autos, aber auch landwirtschaftliche Geräte ausgestellt sind. In den Häusern sind Werkzeuge und Einrichtungen von verschiedenen Berufsleuten ausgestellt. So erhält man eine Übersicht, wie die ersten Siedler in Patagonien gelebt haben. Der nächste Halt war beim Maggiorino-Borgatello-Museum, das eine eindrückliche Sammlung über die Flora, Fauna, Geschichte, Archäologie und die Ethnizität der Region zeigt. Danach fuhren wir auf den Hügel La Cruz, von wo wir eine wunderschöne Aussicht auf die Stadt und die Magellanstrasse geniessen konnten. Von dort gingen wir zu Fuss ins Stadtzentrum und auf die Plaza de Armas, den zentralen Platz von Punta Arenas, wo alle wichtigen Gebäude wie Rathaus, Kirche usw. stehen. Nach einem kleinen Einkaufsbummel gingen wir zurück in den Hafen und liessen uns mit dem Tenderboot wieder auf das Schiff zurückbringen.

Auf See, 5. Februar 2020

Auf dem Weg von Punta Arenas nach Puerto Montt fuhren wir durch die Chilenischen Fjorde. Viele Fjorde sind bewaldet, Häuser sieht man praktisch keine, die Gegend scheint unbewohnt zu sein. Der Höhepunkt des Tages war die Fahrt durch den Asia Fjord bis zum El Brujo Gletscher. Vor diesem zwei Kilometer breiten bis ins Meer ragenden Gletscher mit seinen 70 Meter hohen Eiswänden drehte der Kapitän das Schiff an Ort und Stelle um 180 Grad, sodass wir die Szenerie von allen Seiten betrachten und bestaunen konnten. Dann fuhren wir weiter und erreichten am späten Abend wieder den Pazifischen Ozean.

Auf See, 6. Februar 2020

Am 6. Februar fuhren wir erneut durch Fjorde. Diesmal gab der Kapitän bekannt, dass es die Wetterverhältnisse erlauben, durch den Darwin-Kanal zu fahren. Dieser ist in der Nähe des Aisén Fjords. Der Darwin-Kanal ist zum Teil nur gerade 500 Meter breit, wir hatten einen zusätzlichen einheimischen Kapitän an Bord, um mit unserem 32,3 Meter breiten Schiff diese Strecke sicher befahren zu können. Später am Abend erreichten wiederum den Pazifik.

Puerto Montt, 7. Februar 2020

Am frühen Morgen erreichten wir die Chilenische Hafenstadt Puerto Montt. Auch hier war es nicht möglich, mit dem Schiff am Hafen anzulegen. So erreichten wir das Ufer mit den Tenderbooten. Dort wartete der Bus für einen 8-stündigen Ausflug auf uns. Am Ufer des  Llanquihue-Sees entlang fuhren wir zuerst zu den Petrohué-Wasserfällen. Diese fliessen zwischen erstarrter Lava hindurch in die Tiefe und in den darunter gelegenen See. Die Aussicht mit dem schneebedeckten Vulkan Osorno im Hintergrund war spektakulär. Die Fahrt ging weiter am Fluss Petrohué entlang zum See Todos los Santos. Nach dem Fotohalt fuhren wir weiter auf eine Höhe von 1’240 Metern an den Vulkan Osorno hinauf, von wo wir eine tolle Aussicht auf das Petrohué-Tal, den Llanquihue-See und den gegenüber in einer Wolke versteckten Vulkan Calbuco. Danach fuhren wir weiter nach Ensenada, wo wir in einem schönen Restaurant am Ufer des Llanquihue-Sees unser Mittagessen genossen. Zum Schluss besuchten wir das Städtchen Puerto Varas, das ca. 20 km von Puerto Montt entfernt ist und am Ufer des Llanquihue-Sees liegt. Kurz vor Abfahrt des letzten Tenderboots erreichten wir wieder Puerto Montt und kehrten auf das Schiff zurück. 

Valparaiso, 9./10. Februar 2020

Am Morgen legte das Schiff für zwei Tage in Valparaiso an. Den Sonntag verbrachten wir in Santiago de Chile, der Hauptstadt des Landes. Santiago ist 116 km von Valparaiso entfernt. Wir gingen mit Marion und Remo zum Busterminal, kauften uns Tickets und fuhren dann mit einem komfortablen Bus von turbus.cl nach Santiago. Die Fahrt dauerte keine 2 Stunden. In Santiago war es sonnig und sehr warm. Wir nahmen die Metro von Universidad de Santiago bis Universidad de Chile, wo wir ausstiegen und in die Fussgängerzone Paseo Ahumada gingen. Wir erreichten die Plaza de Armas, den Hauptplatz von Santiago und besuchten die Kathedrale Catedral Metropolitana de Santiago. Von dort gingen wir weiter Richtung Mercado Central. Ein Lehrer erteilte in der Fussgängerzone mit Mikrofon und Whiteboard ausgestattet Matheunterricht. Er hatte ein recht grosses interessiertes Publikum. Dort erkundeten wir die Umgebung, besuchten die Markthalle und gingen dann durch die Strasse 21 de Mayo zurück zur Plaza de Armas. Dort fotografierten wir das Historische Museum und die Hauptpost, beides sehr schöne Gebäude. Immer wieder begegneten wir Chilenen, die einen Supermarkt-Einkaufswagen zur fahrenden Friteuse umgebaut haben, mit kochendem Frittieröl drin (!) durch die Strassen gingen und dann ihre lokalen Spezialitäten frittierten und gleich verkauften. Wir gingen weiter durch die Stadt, sahen den Nationalkongress, das Gerichtsgebäude, die Börse und das Bankenviertel und viele andere Sehenswürdigkeiten. Per Metro und Bus fuhren wir zurück nach Valparaiso.

Am zweiten Tag stand bei ziemlich nebligem Wetter die Stadtrundfahrt in Valparaiso und Viña del Mar auf dem Programm. Valparaiso liegt auf und zwischen 42 Hügeln, die mit steilen Strassen und mehreren Standseilbahnen erschlossen sind und gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe. Wir fuhren zuerst zur Plaza Sotomayor, wo das Hauptquartier der chilenischen Marine sowie das Denkmal an die Helden von Iquique steht, die 1879 im Pazifischen Krieg gegen Peru und Bolivien umkamen. Dann fuhren wir über einige der Hügel mit Blick auf den Hafen und weiter nach Viña del Mar, der Nachbarstadt, wo wir Zeit für einen Rundgang und Strandspaziergang hatten. Zum Schluss besuchten wir noch das Fonck-Museum, vor welchem eine originale Moai-Statue von der Osterinsel steht. Die Ausstellung zeigt die polynesische Rapa-Nui-Kultur und die Lebensweise der Bewohner der Osterinsel. Im Feierabendverkehr fuhren wir zurück zum Hafen und kurz darauf verliessen wir diesen in Richtung Norden. Nächster Halt Arica.

Arica, 13. Februar 2020

Arica ist Chiles nördlichster Hafen, nur gerade 16 km von der peruanischen Grenze entfernt. Die Stadt liegt am Ellbogen von Südamerika, also dort, wo die Westküste einen Knick hat. Laut unserer einheimischen Reiseleiterin hat es in Arica seit 45 Jahren nicht mehr geregnet, aber gerade die vergangene Nacht hat es ein paar Tropfen Regen gegeben, worüber sie sich riesig gefreut hat.

Unser Ausflug führte uns zuerst nach Parinacota, wo man sehen konnte, wie früher handwerkliche Artikel hergestellt wurden. Wir waren so früh dort, dass die Handwerker wohl noch schliefen, jedenfalls waren nur Leute dort, die ihre Töpferwaren und Wandteppiche verkaufen wollten. Wir fuhren weiter ins Azapa-Tal, wo wir von weitem die Geoglyphen fotografieren konnten. Das sind antike Zeichnungen im oder auf dem Fels, entweder eingeritzt oder mit Steinen geformt. An den schönsten und grössten Geoglyphen sind wir leider nur vorbeigefahren. Dafür erklärte uns die Reiseleiterin noch, wie die Leute hier das Land bewässern, um Teile davon fruchtbar zu machen. Zurück in Arica fuhren wir auf den Morro de Arica, einen markanten Felsen hoch über der Stadt. Dort fand während des Pazifikkriegs 1880 eine entscheidende Schlacht statt, welche die Chilenen gegen die Peruaner und Bolivier gewonnen haben. Als Folge davon wurde das ehemals peruanische Arica dann chilenisch. Eine Christusstatue und ein kleines Museum stehen da oben, aber vor Allem die Aussicht auf das Meer, den Hafen und die von der Atacama-Wüste umgebene Stadt Arica sind sehenswert. Zum Schluss spazierten wir durch das Stadtzentrum und besuchten die Kathedrale San Marcos am Plaza Colón, eine Eisenkonstruktion, erbaut von Gustave Eiffel. Über den Markt schlenderten wir zurück zum Hafen und fuhren mit dem Shuttlebus zurück zum Schiff. Im Hafen sahen wir einige Pelikane, die sich auf den Containerburgen tummelten.  

Callao, 15./16. Februar 2020

Callao ist der Hafen von Lima. Wir erkundeten die Hauptsehenswürdigkeiten Fortaleza Real Felipe und Plaza Miguel Grau. Das Fort hat riesige Ausmasse, es wurde im 18. Jahrhundert erbaut und war die letzte Bastion der spanischen Truppen im Kampf gegen die südamerikanische Befreiungsarmee. Nach 18-monatigem Widerstand mussten die Spanier 1826 kapitulieren. Im Fort ist heute ein Militärmuseum.

Es gibt aber auch viele zerfallene, zum Teil eingestürzte Häuser in Callao. Da wird dann einfach einmal die Strasse gesperrt.

Zurück auf dem Schiff konnten wir das Hafentreiben beobachten. Ein Autotransporter wurde etwas abseits ausgeladen und weit über 200 Autos wurden auf dem Platz aufgereiht, schön nach Wagentyp geordnet. Aber auch am Schiff wurde gearbeitet, wir konnten beim Unterhalt der Rettungsboote zuschauen. 

Lima, 16. Februar 2020

Unsere Stadtrundfahrt in Perus Hauptstadt Lima, der „Stadt der Könige“ mit 11 Mio. Einwohnern führte uns zuerst auf die historische Plaza de Armas, wo die Kathedrale, der Regierungspalast, das Rathaus und der Palast des Erzbischofs stehen. Von dort aus gingen wir zu Fuss zum Dominikanerkloster (auch Rosenkranz-Basilika genannt), wo vor Allem zwei Heilige verehrt werden, Martin von Porres und Rosa von Lima. Er hat daher mehrere Querschiffe, aber auch schöne Kreuzgänge. Vom Kloster aus fuhren wir weiter durch das moderne Wohngebiet Miraflores bis zum Love Park, der ein beliebtes Ziel von Verliebten ist. Dort steht eine Statue, die wie Verliebte zeigt und man hat eine tolle Aussicht auf den Pazifik und kann den Surfern zuschauen, die versuchen, Wellen zu reiten.

Der Upload der Fotos hat sich stark verzögert, da wir 3 Tage ohne Internet auskommen mussten. Ja, das überlebt man wirklich!!!

Rapa Nui (Osterinsel), 21. Februar 2020

Der Besuch der Osterinsel Rapa Nui ist einer der Höhepunkte dieser Reise. Als wir vor der Insel ankerten, regnete es in Strömen und das Meer war sehr unruhig. Die Besatzung schaffte es, die Rettungsboote zu wassern und als Tenderboote einzusetzen, aber nur mit grossem Zusatzaufwand und viel Vorsicht. Es entstand eine Verspätung von über einer Stunde. Als wir die Insel erreichten, liess der Regen nach, aber es regnete immer wieder in wenig. Unser Ausflug mit dem Kleinbus führte uns zunächst zum Rano-Raraku-Steinbruch, wo die meisten der riesigen Steinstatuen, Moai genannt, aus dem vulkanischen Tuffstein gemeisselt wurden. Heute existieren noch mehrere hundert Moai, die an den Hängen des Rano Raraku stehen oder liegen. Zum Teil sind sie noch mit dem Fels verbunden.  Als nächstes besichtigten wir den Ort, wo 15 aufgestellte Moai auf einer Ahu genannten Plattform stehen. Die Rapa Nui hatten nur Steinwerkzeuge zur Verfügung, um die Figuren zu bearbeiten. Umso bemerkenswerter ist ihre Grösse, einige sind über 10 m hoch und über 80 Tonnen schwer. Zum Schluss fuhren wir noch zum Strand Anakena, an dem sich die restaurierte Ahu Nau Nau mit ihren fünf Moai befindet, sowie Ature Huki, der erste Moai, der in den 1960er Jahren wieder aufgerichtet wurde.

Wir kamen mit grosser Verspätung im Hafen an und mussten uns zuerst einmal hinten anstellen. Über 400 andere Passagiere warteten bereits auf die Tenderboote, welche jeweils 80 Personen mitnehmen konnten. Und nach uns kamen weitere ca. 250 Leute.

Es war ein eindrückliches und unvergessliches Erlebnis, die Osterinsel besuchen zu können.

Zurzeit geniessen wir 25-Stunden-Tage! Da wir kontinuierlich gegen Westen fahren, müssen wir die Uhr 5mal hintereinander um je eine Stunde zurückstellen. Wir haben jetzt Montag, 24. Februar 11 Uhr und sind 9 Stunden hinter der Schweizer Zeit zurück. In drei Tagen werden es 11 Stunden sein. Und ja, ich weiss, es tönt seltsam, aber 25-Stunden-Tage sind wirklich wunderschön, vorausgesetzt man ist in den Ferien.

In diesem Sinne wünsche ich allen Leserinnen und Lesern eine schöne Woche!

Seetag, 23. Februar 2020

Am 23. Februar konnten wir auf dem Südpazifischen Ozean wieder einen wunderschönen Sonnenaufgang erleben.

Bounty Bay Passage, 24. Februar 2020

Heute stand die Bounty Bay-Passage auf dem Programm. Auf dem Weg von Rapa Nui nach Tahiti fährt man praktisch an den Pitcairn-Inseln vorbei. Die Insel Pitcairn liegt mitten im Pazifik, 2’170 km südöstlich von Tahiti. Sie zählt ca. 50 Einwohner, wovon viele Nachkommen der Matrosen von der Meuterei auf dem britischen Schiff HMS Bounty im Jahr 1789 sind. Wir fuhren mit der MSC Magnifica einmal rund um die Insel, auch an der Bounty Bay vorbei, wo die Meuterer an Land gingen. In der Zwischenzeit durfte eine grosse Delegation der Inselbewohner auf Deck 13 ihre Souvenirs verkaufen, was zu Szenen wie im Ausverkauf eines Warenhauses führte.

Papeete, 27./28. Februar 2020

Am frühen Morgen kamen wir in der Hauptstadt von Tahiti, der grössten Insel im Archipel von Französisch-Polynesien an. Vor der Landung sahen wir steuerbord die Nachbarinsel Moorea in wunderschönem Morgenlicht. Wir waren überrascht, wie grün die Inseln sind, was aber kein Wunder ist, wenn es, wie zur Zeit, jeden Tag einmal regnet. Tahiti hat zahlreiche schwarze Sandstrände, Lagunen und Wasserfälle.

Unser Ausflug führte uns zum Vaimahuta-Wasserfall in Faarumai, danach fuhren wir zum Araahoaho-Blasloch, einer Lavaröhre im vulkanischen Gestein, aus der jedes Mal, wenn eine Welle auf den Fels trifft, Zischgeräusche ertönen und Wasserdampf herauskommt. Ein weiterer Halt war am Venus Point bei der Matavai Bay. Dort hatte Kapitän James Cook im 18. Jahrhundert den Lauf der Venus beobachtet und berechnet, wo sich welche Inseln befinden. Zum Schluss fuhren wir zum Tahaara View Point, wo wir eine tolle Panoramasicht auf Papeete und die Nachbarinsel Moorea hatten. Am Nachmittag besichtigten wir Papeete und besuchten das Perlenmuseum von Robert Wan, bevor wir zum Schiff zurückkehrten.

Für den zweiten Tag hatten wir eine Lagunenbootsfahrt mit dem Segelkatamaran gebucht, die auch eine Schnorcheltour beinhaltete. Auf der Fahrt durch die Lagune konnten wir Delphine beobachten. Der Bootsführer setzte die Segel und wir liessen uns durch die Lagune treiben. Dann fuhren wir zum Platz zum Schnorcheln, nahe bei den Korallenriffen. Wir konnten etwa eine Stunde lang die schöne Unterwasserwelt mit verschiedenen bunten Fischen beobachten, bevor wir zurück nach Papeete fuhren. Auf der Rückfahrt wurden uns tropische Früchte serviert, die sehr gut schmeckten.

Noch etwas zum Wetter: Es war die meiste Zeit stark bewölkt, am Vormittag des ersten Tages noch sonnig und schön, am Nachmittag regnerisch. Am zweiten Tag war es wiederum stark bewölkt, die Sonne zeigte sich kaum und am Nachmittag kam wieder ein Regenguss. Die Temperatur betrug 28 – 30 Grad, das Wasser war 27 Grad warm.

Auf See, 29. Februar 2020

Am heutigen Seetag wurde uns eine Maori-Haka-Tanzshow geboten. Hier ein paar Impressionen davon:

Rarotonga, 1./2. März 2020

Bereits bevor das Schiff in Avarua, der Hauptstadt Raratongas ankam war klar, dass wir dort zwei Tage bleiben würden. Die Behörden von Aitutaki hatten auf Angst vor Coronafällen ihren Hafen für alle Kreuzfahrtschiffe geschlossen.

So setzten wir am 1. März mit dem Tenderboot nach Avarua über, wo ein kleiner Bus für die Inselrundfahrt bereitstand. Die Fahrt führte durch die Stadt, zum Museum, am Kulturzentrum und an der im Jahr 1853 aus Korallen und Kalk errichteten christlichen Kirche der Cookinseln vorbei. In Muri machten wir einen längeren Halt. Wir konnten uns den kristallklaren Strand der Muri-Lagune anschauen. Dort führte uns ein Einheimischer vor, wie man eine Kokosnuss fachmännisch öffnet, nämlich mit einem spitzigen Stock und einem Stein aus Vulkangestein. wird. Der Ausflug führte weiter über Küstenstrassen und ins Inselinnere, wo grosse Obstplantagen angebaut sind. Zwischendurch kam manchmal ein Regenguss, fast aus heiterem Himmel, kurz darauf schien wieder die Sonne.

Am zweiten Tag gingen wir auf eigene Faust zu Fuss durch Avarua, um den Strand zu fotografieren und um ein paar Kleinigkeiten einzukaufen. Der zeitweilige Nieselregen durfte auch nicht fehlen, nicht umsonst ist die Insel wunderschön grün und fruchtbar. Am Abend wurden die Anker gelichtet und die Tenderboote hinaufgezogen und wir verliessen die Cookinseln in Richtung Auckland, Neuseeland.

Auckland, 7. März 2020

Auckland ist die schönste, grösste und bevölkerungsreichste Stadt Neuseelands mit fast 1,6 Mio. Einwohnern. Die „City of Sails“ bereitet sich gerade auf die Durchführung des America’s Cup im April 2021 vor. Auf unserer Stadtrundfahrt machten wir zuerst bei den Wintergärten halt, danach fuhren wir weiter zum Auckland-Museum. Dieses neoklassizistische Gebäude beherbergt unzählige Gegenstände und Zeugen der neuseeländischen Kultur und der Kultur der Pazifikinseln. Ausserdem war eine Fotoausstellung „Wildlife Photographer of the year“ zu sehen. Wir fuhren weiter und hatten noch den einen oder anderen Fotohalt mit Ausblick auf die Skyline von Auckland.

Anschliessend an die Stadtrundfahrt spazierten wir gemütlich durch die Stadt und später noch durch das Wynyard Quarter, um die Harbour Bridge fotografieren zu können.

Die Abfahrt ab Auckland war auf 21 Uhr angesetzt, was uns Gelegenheit zu schönen Nachtaufnahmen gab.

Tauranga, 8. März 2020

Pünktlich zu Sonnenaufgang kamen wir in Tauranga an. Der Busausflug führte uns zuerst über die Autobahn zu einer Kiwi-Plantage. Die Kiwi war früher als chinesische Stachelbeere, die gesündeste Frucht der Welt, bekannt. Wir erfuhren ALLES über die Kiwi-Produktion, schliesslich war der Reiseleiter früher Lehrer und sogar Rektor. Nach der Plantage kam die Degustation. Wir fuhren zu einem Gemeindezentrum, wo wir frische Kiwi und Scones mit Kiwi-Konfitüre zum Kaffee geniessen konnten. Positiv überrascht hat uns die goldene Kiwi (wir kennen ja eigentlich nur die grüne), bei welcher die Schale viel dünner und nicht pelzig sondern essbar ist. Wir fuhren zurück ins Zentrum von Tauranga und besuchten dort die „Elms Mission Station“. Die historische Stätte befindet sich in einem ehemaligen Maori-Dorf, wo die Missionare den Maoris Lesen und Schreiben beibrachten und sie auch in der englischen Sprache unterrichteten. Wir erfuhren vieles über die Besiedelung Neuseelands und die Kriege zwischen den Briten und den Maori.

Nach der Stadtrundfahrt erkundeten wir die Stadt zu Fuss weiter, besuchten ein schönes Pub, gingen am Strand „Bay of Plenty“ spazieren, einem der schönsten Strände Neuseelands für Surfer. Am Mount Maunganui vorbei gingen wir zurück zum Hafen. Bei wunderschöner Abendstimmung verliessen wir diese traumhaft gelegene sympathische Stadt wieder und stachen in See. Der Mount Maunganui erstrahlte in der Abendsonne.

Napier, 9. März 2020

Die Stadt Napier (160’000 Einwohner) erkundeten wir zu Fuss. Mit dem Shuttlebus kamen wir vom Hafengelände zum Informationsbüro. Dann spazierten wir durch die teilweise verkehrsberuhigte Innenstadt von Napier und auf den Bluff Hill. Die Stadt wurde am 3. Februar 1931 bei einem Erdbeben mit Stärke 7,8 weitgehend zerstört und anschliessend im Art déco Stil neu aufgebaut. In Napier gibt es viele Vintage-Geschäfte, viele Leute kleiden sich im Art déco Stil und bieten Besichtigungen mit Oldtimer-Autos an. Am Meer befinden sich die Sunken Gardens, eine schöne Parkanlage. Das ebenfalls berühmte Aquarium von Napier haben wir hingegen nicht besucht.

Wellington, 10. März 2020

Unsere Stadtrundfahrt in Wellington begann mit einem Ausflug auf den Gipfel des Mount Victoria, von wo wir eine fantastische Aussicht auf die Bucht und die Stadt hatten. Wir fuhren weiter in die Stadt und konnten das Regierungsgebäude, das Parlamentsgebäude und die Kathedrale St. Paul fotografieren. Danach ging es weiter zum Museum of Wellington, wo wir diverse Ausstellungsstücke zur Geschichte der neuseeländischen Hauptstadt sahen und verschiedenes über die Maori erfuhren. Weiter ging es zum botanischen Garten von Wellington und schliesslich zurück zum Schiff. Die Abfahrt war verhältnismässig früh, schon um 14 Uhr mussten alle wieder an Bord sein.

Milford Sound, 11. März 2020

Der Milford Sound ist ein Fjord auf der Südinsel von Neuseeland. Er ist durch Gletscherbewegungen der letzten Eiszeit entstanden und ist für seine ergiebigen Regenfälle bekannt. Wir hatten aber ein Riesenglück mit dem Wetter: strahlenden Sonnenschein. Der Kapitän bezeichnete es als touristische Navigation, mit der MSC Magnifica in den Fjord hineinzufahren, dort mittels Bug- und Heckstrahler zu wenden und wieder aus dem Meeresarm hinauszufahren. Ebenfalls im Fjord unterwegs war das Kreuzfahrtschiff Carnival Spirit. Wir sahen unter anderem die 151 Meter hohen Stirling Falls und die 162 Meter hohen Lady Bowen Falls sowie diverse Gletscher. 

Hobart, 14. März 2020
World Cruise abgebrochen

In Hobart konnten wir leider nicht an Land gehen, da in der Stadt mehrere COVID-19 (Corona-Virus) – Fälle bekannt sind. Später gab der Kapitän bekannt, dass die Kreuzfahrt „unterbrochen“ sei. Nach unseren Begriffen wäre „abgebrochen“ der richtige Ausdruck gewesen. Wir haben zwar keinen Corona-Virus an Bord, aber überall, wo wir nun hinkommen, grassiert die Krankheit. Deshalb ist es das oberste Ziel, alle Passagiere und die Mannschaft gesund nach Hause zu fahren. Das Schiff macht nun nur noch Versorgungsstopps für Treibstoff, Nahrungsmittel und Getränke, medizinische Ausrüstung usw. Es gibt keine Landgänge und keine Ausflüge mehr. Nur noch Seetage.

Natürlich werden auch Alternativen geprüft und wir werden wieder informiert, wenn sich etwas ändert. Aber Stand heute werden wir die Reise planmässig beenden, denn der Slot am Suez-Kanal kann nicht einfach geändert werden und nach dem Suezkanal ist nur noch der Halt in Civitavecchia vorgesehen, wo ein Teil der italienischen Gäste das Schiff verlassen wird.

Ich werde das Logbuch selbstverständlich weiterhin führen, auch Fotos wird es wieder geben. Das Wichtigste: Es geht uns gut, wir haben alles, was wir brauchen und haben in Hobart noch Lesestoff auf unsere E-Reader geladen. Schlecht ist weiterhin die Internetverbindung über Satellit, auch wenn offiziell Premium Internet drauf steht.

Sydney, 16. März 2020

Wir sind heute am frühen Morgen in Sydney angekommen und liegen nun vor dem eigentlichen Hafen vor Anker, bis wir am Abend in den Hafen hereingelassen werden. An und für sich ein tolles Panorama, das sich uns zeigt, aber eben, wir dürfen nicht vom Schiff gehen.

Auf See, 18. März 2020, warten auf Rückflugmöglichkeit

Gestern Nachmittag wurde uns bekanntgegeben, dass alle Häfen an unserer Route für Kreuzfahrtschiffe geschlossen sind und die World Cruise somit zu Ende ist. Es gebe zwei Optionen: Rückflug ab Sydney oder mit dem Schiff bis Dubai, was 14 Tage dauert und Rückflug ab Dubai. Am Abend mussten wir den Hafen von Sydney verlassen, da andere Kreuzfahrtschiffe auch einmal an das Terminal wollten. In der Nacht erfuhren wir, dass wir unterwegs nach Melbourne sind und die Wahl heisst nun Rückflug ab Melbourne oder ab Dubai (14 Tage später). Wir haben uns nun auf die Liste setzen lassen, um ab Melbourne nach Zürich fliegen zu können, ohne Garantie, dass es auch wirklich klappt.

Melbourne, 20. März 2020

Gestern konnten wir um 12 Uhr im Hafen von Melbourne anlegen und anschliessend das Schiff verlassen. Wir wurden mit Bussen ins Hotel Parkroyal am Flughafen von Melbourne gebracht, erhielten einen Lunch und mussten sehr lange anstehen, um zu erfahren, welcher Reiseweg für jeden vorgesehen ist. Bestätigt wurden jedoch keine Flüge. Wir erhielten die Meldung, wir müssten zwei Nächte im Hotel bleiben und würden am Samstag, 21. März um 6.00 Uhr mit der A 380 der Emirates nach Dubai geflogen. Jetzt, gut 24 Stunden später haben wir die Bestätigung der Airline, dass wir auf diesem Weg zurückfliegen und am 21. März um 19.50 Uhr in Zürich ankommen werden. Heute Vormittag sind wir noch in die Stadt gefahren und sind dort ein bisschen herumspaziert.

MSC Cruises hat sich wirklich sehr Mühe gegeben, für alle rückflugwilligen Passagiere eine gute Lösung zu finden. Ein bis zwei Vertreter/innen der MSC Agentur Australien haben im Hotel einen Auskunftsstand aufgebaut und sind für uns da. Essen und Übernachtungen werden durch MSC bezahlt, wie auch die Flüge. Trotzdem hat nicht alles geklappt, es gibt mehrere Leute, die zum Check-in gegangen sind und dort erfahren haben, dass sie nicht gebucht seien. Bei einigen lagen die Nerven blank. Deshalb sind wir am Nachmittag zuerst am Schalter der Emirates angestanden und haben dort nach einer Bestätigung des Fluges nachgefragt. Dort konnten sie uns nicht helfen und schickten uns ins Emirates-Büro, wo wir uns schriftlich bestätigen liessen, dass der Flug nach Zürich für uns gebucht ist, inklusive Buchungsnummer. So werden wir heute Nacht kurz schlafen und um 03.30 zum Check-in gehen, in der Hoffnung, dass alles klappt und wir am Samstagabend in Zürich landen werden.

Brunnen, 22. März 2020

Wir sind wieder zu Hause. Glücklich und zufrieden. Wir sind gestern Abend nach langem, aber unkompliziertem Flug in Zürich gelandet und wurden von Kathrin, Tõnis, Vanessa und Ivan, schön im 2-Meter-Abstand stehend abgeholt und nach Hause gebracht. Nach der Landung mussten wir eine halbe Stunde warten, bis die Polizei jeden Passagier einzeln angeschaut hatte und konnten dann zunächst in 20-er-Gruppen, dann in 10-er-Gruppen das Flugzeug verlassen und zur Gepäckausgabe gehen. Bis da die über 600 Passagiere alle draussen sind, dauert es halt. Man fragt sich einfach, was das bringt, wenn man vorher von Melbourne nach Dubai 14 Stunden und von Dubai nach Zürich 7 Stunden in einer vollbesetzten A 380 der Emirates gereist ist…

Ende gut, alles gut, wir sind gesund, das ist die Hauptsache.

Wir hatten eine wirklich wunderschöne Weltreise bis und mit Neuseeland, mit Wetterglück und wunderschönen Eindrücken. Dass sie jetzt so abrupt zu Ende ging, liegt einzig an der rasanten Verbreitung des Corona-Virus. Die MSC hat den Rückflug sehr gut und rasch organisiert, nachdem weltweit ein Hafen nach dem anderen für Kreuzfahrtschiffe gesperrt wurde.

Brunnen, 19. Juni 2020

Fast drei Monate sind vergangen, seit wir wieder zu Hause sind. Leider ist aber unser Gepäck immer noch nicht zu Hause, obwohl wir am 18. Mai ein Formular mit dem Inhalt der Koffer ausfüllen und der MSC senden mussten. Auch in Sachen Rückerstattung haben wir Mitte Mai einmal ein Formular ausgefüllt und an das Reisebüro geschickt. Seither haben wir nichts mehr gehört. Es wird wohl Zeit, dass wir wieder einmal unbequem werden.